NETZBOOSTER KUPFERZELL

NETZBOOSTER KUPFERZELL

Im Zuge der Energiewende muss immer mehr Strom aus Windparks im Norden zu den Verbrauchszentren im Süden transportiert werden. Dabei stößt das Stromnetz an seine Kapazitätsgrenzen. Der Netzbooster wird künftig dazu beitragen, das Übertragungsnetz höher auszulasten und damit Kosten durch netzbedingte Eingriffe einzusparen und den Netzausbaubedarf zu reduzieren. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Baden-Württemberg und ganz Deutschland.

Wie ist der Netzbooster aufgebaut?

Der Netzbooster ist modular aufgebaut mit einem zentralen Betriebsgebäude und einzelnen Subnestern, mit den Transformatoren, Umrichtern und Batteriecontainern. Damit sich die Anlage möglichst unauffällig in das Landschaftsbild einfügt, haben wir zusammen mit Umweltplanern ein an die Gegebenheiten angepasstes Gestaltungskonzept erarbeitet.

Vorläufige Visualisierung des Netzbooster-Anlagendesigns aus der Vogelperspektive. (Quelle: Harrer Ingenieure GmbH)

Was ist bisher passiert?

Mit einer großen öffentlichen Infoveranstaltung endete im Sommer 2022 die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung unter Einbezug der lokalen Interessengruppen. Anschließend fand das offizielle Genehmigungsverfahren mit weiteren Beteiligungsmöglichkeiten statt. Nach der Genehmigung des vorgezogenen Baubeginns im Sommer 2023 folgte Ende März 2024 der Planfeststellungsbeschluss.

Veranstaltungen

Offizielle Baustelleneröffnung

/ 10. Juni 2024

/ Kubacher Straße 2, 74635 Kupferzell

Hiermit laden wir Sie ganz herzlich ein zur

Offiziellen Baustelleneröffnung des Netzboosters

am Montag, 10. Juni 2024, 10–17 Uhr
Kubacher Straße 2, 74635 Kupferzell

Die Baustelleneröffnung markiert den offiziellen Start der Bauarbeiten an dem innovativen Batteriespeicher. Diesen Start möchten wir gemeinsam mit Ihnen begehen. Den Eventauftakt begleiten unter anderem Thekla Walker, Baden-Württembergs Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft und Dr. Werner Götz, Vorsitzender der TransnetBW-Geschäftsführung.

Nach den Redebeiträgen und der symbolischen Baustelleneröffnung können Sie sich ab 12 Uhr über das Projekt informieren und mit uns ins Gespräch kommen. Das Ganze wird begleitet von warmen und kalten Speisen, Getränken sowie einem Eiswagen.

Sie haben außerdem die Möglichkeit, an einer Führung über das Baustellengelände teilzunehmen oder beim Trassenspiel unser Stromnetz kennenzulernen. Kleine Besucherinnen und Besucher können auf der Kinderbaustelle aktiv werden.

Wir freuen uns, Sie am 10. Juni auf dem Netzbooster-Gelände begrüßen zu dürfen.

Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme frühzeitig, spätestens aber bis zum 3. Juni, gerne mit der Angabe, ob und wann Sie an einer Führung über die Baustelle teilnehmen möchten.

/ BAUSTELLENFÜHRUNGEN

Wir bieten Führungen auf dem Baustellengelände um 12.30, 13 und 15 Uhr an. Bei Interesse melden Sie sich gern dazu an und geben bitte Ihre Schuhgröße für die Sicherheitsschuhe an.

/ ANFAHRT

INFOVERANSTALTUNG IN KUPFERZELL

/ 20.07.2022

An drei Ständen des Übertragungsnetzbetreibers konnten sich die Interessierten rund um Anlagendesign und Schutzkonzept, Standortfindungsprozess und Genehmigungsverfahren sowie die finale Antragsfläche informieren und Fragen stellen.

Gleichzeitig gingen unabhängige Fachexperten auf die Funktionsweise und Notwendigkeit des Netzboosters sowie die verwendete Batterietechnik und die Sicherheit der Anlage ein.

Weiteren Raum für Fragen bot die anschließende Plenardiskussion, in der sich neben dem Projektteam auch Geschäftsführer Dr. Werner Götz Zeit für die Beantwortung noch offener Fragen nahm.  Die Mitglieder des Arbeitskreises blickten auf den intensiven Austausch der vergangenen zwei Jahre zurück. An dem vom Forum Energiedialog moderierten Format beteiligten sich neben Gemeinderat, Bürgermeister Spieles und TransnetBW auch die Bürgerinitiative „Ein Herz für Hohenlohe“.

/ THEMENFELDER DER INFOVERANSTALTUNG

Auf einen Blick
Innovative Lösung für eine sichere Stromversorgung
Standortauswahl Kupferzell
Prozess der Standortfindung um Kupferzell
Antragsfläche zur Errichtung der Anlage
Umfassendes Schutzkonzept für den sicheren Betrieb

FAQs zum Projekt

Die Aufnahmefähigkeit des Stromnetzes ist durch die thermische Übertragungskapazität der Leitungsstrecken begrenzt. Wird beispielsweise im Norden Deutschlands mehr Windstrom erzeugt als das Stromnetz an dieser Stelle aufnehmen kann, so kommt es dort zu einem gefährlichen „Stromstau“. Das Netz reicht für den Abtransport der Energie nicht aus, also besteht hier ein Netzengpass.

Kriterien für die Standortwahl sind:

  • Wirkung auf Stromkreise mit Überlastungen im n-1-Fall
  • Häufigkeit der Überlastung der Stromkreise im n-1-Fall
  • Häufigkeit der vollständigen Vermeidung von Überlastungen im n-1-Fall
  • Kraftwerke müssen zur Ablösung des Netzboosters nach einer Stunde zur Verfügung stehen, die ebenfalls auf die betrachteten Leistungen wirken

Die von Norden kommenden Leitungen aus Grafenrheinfeld in Richtung Kupferzell sind schon heute stark ausgelastet, insbesondere bei hoher Stromeinspeisung durch Windenergieanlagen in Norddeutschland. Diese Belastung wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Unter mehreren untersuchten Standorten hat sich ein Standort am Netzverknüpfungspunkt Kupferzell aus netzplanerischer Sicht als am geeignetsten erwiesen. Der Netzbooster kann hier dezidiert einem Engpass zugordnet werden und deshalb eine besonders hohe Wirksamkeit entfalten.

Sehr hohe Leitungsauslastungen treten insbesondere auf der regelzonenübergreifenden Leitung zwischen Tennet und TransnetBW auf. Aus diesem Grund ist an diesen Standorten ein Netzbooster energiewirtschaftlich besonders sinnvoll, um die hohen Auslastungen zu reduzieren.

Im Rahmen der Vorplanung wurden die Standorte Hüffenhardt, Grafenrheinfeld, Kupferzell und Großgartach untersucht. Die Leitungen Kupferzell-Grafenrheinfeld sowie Großgartach-Grafenrheinfeld zeigten dabei die höchste Auslastung. Es stellte sich heraus, dass ein Netzbooster am Standort Kupferzell die effektivste Entlastung auf diesen hoch ausgelasteten Leitungen bewirkt und gleichzeitig die meisten Engpasssituationen „heilen“ kann.

Anstelle des innovativen Netzbooster-Konzepts steht der Bau zusätzlicher Stromleitungen (als teurere klassische Maßnahmen des Netzausbaus), präventive Redispatch-Maßnahmen oder der Bau von Kraftwerken zur Verfügung.