ULTRANET

Das Gleichstromvorhaben ULTRANET

ULTRANET ist ein Netzausbauprojekt der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW und Amprion.

Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ-Leitung) wird weitestgehend in bestehenden Stromtrassen verlaufen. Sie ist rund 340 Kilometer lang und reicht von Osterath in Nordrhein-Westfalen bis nach Philippsburg in Baden-Württemberg. Die Maßnahme ist als Vorhaben Nr. 2 Teil des Bundesbedarfsplans und wurde unter der Nummer 2.9 von der Europäischen Kommission in die Unionsliste der Vorhaben von gemeinsamem Interesse („Projects of Common Interest“) aufgenommen.

ULTRANET soll durch das Vorhaben A-Nord bis nach Emden an die Nordseeküste verlängert werden.

TransnetBW ist für den rund 42 Kilometer langen Abschnitt B1 zwischen Mannheim-Wallstadt und dem Netzverknüpfungspunkt Philippsburg verantwortlich.

Aktueller Stand:

Am 30. August 2023 hat die Bundesnetzagentur TransnetBW den Planfeststellungsbeschluss für den ULTRANET-Abschnitt B1 (Mannheim-Wallstadt – Philippsburg) überreicht. Mit der Genehmigung für den Freileitungsbau kann nun die weitere Bauausführung starten. Momentan finden bereits genehmigte vorgezogene und bauvorbereitende Maßnahmen statt.

Der Bau des Gleichstromumspannwerks in Philippsburg, welches die ULTRANET-Gleichstromleitung in das vorhandene 380-kV-Wechselstromnetz integrieren wird, läuft bereits seit 2020 und soll im Laufe des Jahres 2024 fertiggestellt werden.

Hier finden Sie eine interaktive Übersichtskarte zu unseren Veranstaltungen im Projektraum

INFORMATIONSMATERIAL ZUM HERUNTERLADEN

Digitale Bürgersprechstunde am 28. April 2022

Hier finden Sie die Präsentation der Bürgersprechstunde zum Download.

Digitale Bürgersprechstunde für Träger öffentlicher Belange am 13. April 2022

Hier finden Sie die Präsentation der Bürgersprechstunde zum Download.:

Alle Informationen zum Projekt

Alle aktuellen Informationen zum Projekt finden Sie hier zum Download:

Einweihung gasisolierte Schaltanlage Philippsburg 13.07.2021

Hier finden Sie die Aufzeichnung des Livestreams zur Inbetriebnahme der gasisolierten Schaltanlage am Standort Philippsburg.

FAQs zum Projekt

Mit Hilfe des gesamten Korridors A (Emden-Osterath und Osterath-Philippsburg) sollen die in der Nordsee durch Windenergie erzeugten Strommengen in den Süden Deutschlands transportiert werden. Neben dem Abtransport von Offshore-Windenergie besteht auch der Bedarf zum Abtransport der verstärkten Einspeisung von Onshore-Windenergie. Gleichzeitig soll mit der Gleichstromübertragung von ULTRANET, dem südlichen Teil des Korridors A, der Wegfall der Kernenergieerzeugung am Standort Philippsburg und somit die Leistung des Kraftwerks substituiert werden, damit der industriestarke Südwesten Deutschlands auch weiterhin mit ausreichend Strom versorgt werden kann. So trägt ULTRANET der Verlagerung von Erzeugungsleistung durch die Energiewende Rechnung. ULTRANET kann darüber hinaus in z. B. sonnenstarken Zeiten auch Solarstrom von Süd nach Nord transportieren, wenn erforderlich.

Im Planfeststellungsverfahren wird festgelegt, auf welchen konkreten Leitungen und Masten ULTRANET verlaufen soll und welche Bedingungen die Vorhabenträger dafür zu erfüllen haben. Der Planfeststellungsbeschluss ermöglicht dann den Bau und Betrieb der Leitung, sofern auch die privatrechtlichen Belange berücksichtigt wurden.

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, kurz HGÜ, ist ein Verfahren zur Übertragung von elektrischer Energie mit Gleichstrom. Weil das deutsche Übertragungsnetz mit Wechselstrom betrieben wird, ist an den Anfangs- und Endpunkten jeweils ein Gleichstrom-Umspannwerk notwendig. Die Gleichstrom-Umspannwerke wandeln Wechselstrom am Einspeisepunkt einer HGÜ-Leitung in Gleichstrom und am Endpunkt wieder in Wechselstrom um. Gleichstromleitungen können grundsätzlich als Seekabel in Gewässern sowie als Freileitung oder als Erdkabel an Land verlegt werden. Auf dem Festland wird bei leistungsstarken HGÜ-Verbindungen meistens eine Freileitung genutzt.

ULTRANET soll auf bestehenden Trassen als sog. Hybridsystem realisiert werden: Die 380kV-Gleichstromleitung wird mit Wechselstrom-Höchstspannungsleitungen auf den gleichen Masten bzw. gleichen Gestängen geführt. Damit folgt das Netzausbauprojekt dem NOVA-Prinzip: Netzoptimierung vor –Verstärkung vor –Ausbau. Das Hybridsystem ist im Rahmen der Prüfung des Netzentwicklungsplans Strom als wirksam, bedarfsgerecht und erforderlich befunden worden. Gleichzeitig ist es möglich, Netzneubau und damit Flächenverbrauch zu reduzieren.

TransnetBW ist bestrebt, die Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Natur so gering wie möglich zu halten. Dabei hält das Unternehmen alle vorgegebenen Immissionsgrenzen ein und kann diese gegebenenfalls sogar unterschreiten. Deshalb werden u. a. durch die technische Konstruktion und die Anordnung von Bauteilen Geräusche minimiert und abgeschirmt. Im Rahmen der formellen Verfahren ermitteln Umweltgutachter die Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt. Diese Erkenntnisse fließen in die Planungen ein und dienen der Vermeidung oder Minimierung von Auswirkungen, z.B. durch die Reduktion von Baulärm oder die Einpassung von Gebäuden in das Landschaftsbild.

ULTRANET ist ein bundesländerübergreifendes Netzausbauvorhaben. Deshalb ist für die Genehmigung des Projekts die Bundesnetzagentur in Bonn zuständig.