Umbau des Netzknotens Kühmoos

Netzknoten Kühmoos

Infolge des Ausbaus der erneuerbaren Energien und dem damit verbundenen Anstieg der Anforderungen an das Stromnetz müssen die Schaltanlagen des über 50 Jahre alten Netzknoten Kühmoos erneuert werden. Der Bedarf einer Modernisierung wurde im Netzentwicklungsplan Strom (NEP) 2035 (2021) von der Bundesnetzagentur bestätigt. Die Umsetzung des Projekts erfolgt gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber Amprion.

Innerhalb der Anlage bauen wir neue Betriebsgebäude und erneuern die 220-Kilovolt-Schaltfelder sowie die Transformatoren, die beide Spannungsebenen des Umspannwerks miteinander verbinden. Anschließend ersetzen wir die bestehenden luftisolierten 380-Kilovolt-Schaltfelder durch besonders platzsparende gasisolierte 380-Kilovolt-Schaltanlagen (GIS). Dadurch kann die Leistungsfähigkeit des Netzknoten deutlich erhöht werden, ohne über die bestehenden Anlagengrenzen hinaus neue Flächen in Anspruch nehmen zu müssen.

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FAQs zum Projekt

Das Umspannwerk (UW) Kühmoos, gebaut in den Jahren 1966/67, ist ein zentraler Knotenpunkt für die regionale und überregionale Energieverteilung. Das Umspannwerk Kühmoos ist mit mehreren regionalen und überregionalen Stromleitungen der TransnetBW und der Amprion verbunden. Die Kavernenkraftwerke Säckingen und Wehr speisen am UW Kühmoos ihren Strom in das Verbundnetz ein. Die Erweiterung ist erforderlich, um das Umspannwerk an die kommenden Netzverstärkungen der Stromleitungen, die mit dem UW Kühmoos verbunden sind, anzupassen. Anlass für die Netzverstärkungen sind die mit der Energiewende verbundenen Änderungen im überregionalen Übertragungsnetz. Das Projekt wurde unter der Kennung P428 M700 im Netzentwicklungsplan Strom 2030 durch die BNetzA bestätigt. 

Das Umspannwerk Kühmoos wurde 1967 errichtet und zählen zu den größten in Deutschland. Hier bringt eine Trafobank den Strom auf verschiedene Spannungsebenen: Sie wandelt Strom von der 380kV-Spannungsebene auf die 220kV-Spannungsebene. Auch in umgekehrter Richtung ist diese Umwandlung möglich. Auf den höheren Spannungsebenen (220-kV und 380-kV) wird Strom über große Distanzen transportiert. Zudem wird am Standort Kühmoos Strom aus den umliegenden Pumpspeicherkraftwerken in das Übertragungsnetz eingespeist. Aufgrund der Nähe zur Schweiz sind die Schaltanlagen ein zentraler Knotenpunkt für den Stromtransport zwischen den beiden Ländern. Durch die Größe der Anlage und die Lage im Herzen Europas spielt der Standort Kühmoos außerdem eine wichtige Rolle für das gesamte europäische Verbundnetz.  

In der Anlage werden zunächst die bestehenden 220-Kilovolt-Schaltfelder sowie die Transformatoren erneuert und neue Betriebsgebäude gebaut. Anschließend werden die bestehenden luftisolierten 380-Kilovolt-Schaltfelder durch platzsparende, gasisolierte 380-Kilovolt-Schaltanlagen ersetzt. Die Leistungsfähigkeit des Netzknotens sollen von derzeit 22 auf 34 Schaltfelder erhöht werden, ohne über die bestehende Anlage hinaus neue Flächen in Anspruch nehmen zu müssen. Zudem werden zwei sogenannte Blindleistungskompensationsanlagen errichtet, die die Spannung im Stromnetz stabil halten. Die Netzanbindungen im Westen und Osten des Netzknoten werden ebenfalls erneuert und bestehende Leitungskreuzungen aufgehoben. 

Der Umbau der 220kV Anlage hat bereits 2021 begonnen. Die Umbaumaßnahmen für den 380kV Neubau beginnen voraussichtlich Mitte 2023 mit vorgezogenen Maßnahmen. Die Arbeiten für die Netzanbindung West sollen 2024 starten. Aktuell sieht der Projektzeitplan einen Abschluss aller Teilprojekte am Standort Kühmoos im Jahr 2033 vor.